Kitten beißt oder kratzt – was tun?
Warum junge Katzen das machen und wie du richtig reagierst?
Dein Kitten ist süß.
Sehr süß.
Bis es plötzlich in deine Hand beißt.
Oder deine Möbel testet – mit vollem Körpereinsatz.
Keine Sorge:
Wenn dein Kitten beißt oder kratzt, ist das in den meisten Fällen kein schlechtes Verhalten, sondern ganz normales Katzenverhalten.
Die gute Nachricht:
Mit der richtigen Reaktion kannst du dein Kitten dabei unterstützen, spielerisches Verhalten von echtem Beißen zu unterscheiden.
Warum beißen und kratzen Kitten überhaupt?
Kitten entdecken ihre Welt mit:
Zwischen der 8. und 20. Woche befinden sich junge Katzen mitten in einer wichtigen Entwicklungsphase.
In dieser Zeit lernen sie:
Dass dein Kitten beim Spielen plötzlich beißt oder kratzt, ist deshalb meistens kein aggressives Verhalten, sondern Teil dieses natürlichen Lernprozesses.
Typische Gründe, warum Kitten beißen oder kratzen?
1️⃣ Spiel- und Jagdinstinkt
Kitten üben von klein auf das Jagen.
Auch wenn deine Katze später hauptsächlich in der Wohnung lebt, steckt der Jagdinstinkt immer noch tief in ihren Genen.
Alles, was sich schnell bewegt, kann deshalb wie Beute wirken:
eine wackelnde Hand, ein zuckender Fuß unter der Decke oder ein bewegter Finger.
Beim Spielen trainieren Kitten wichtige Fähigkeiten:
Wenn dein Kitten plötzlich nach deiner Hand schnappt, ist das deshalb oft kein Angriff, sondern ein Jagdspiel.
Besonders bewegte Hände oder Füße können für junge Katzen wie eine kleine „Beute“ aussehen. Deshalb ist es wichtig, den Jagdinstinkt auf Spielzeug statt auf Körperteile zu lenken.
2️⃣ Zahnwechsel
Ab etwa dem 4. Lebensmonat beginnt bei vielen Kitten der Zahnwechsel.
Die Milchzähne fallen aus und werden nach und nach durch die bleibenden Zähne ersetzt.
In dieser Zeit kann das Zahnfleisch empfindlich sein oder leicht jucken.
Viele Kitten versuchen dann, den Druck zu lindern, indem sie auf Dingen herumkauen.
Das kann sein:
Leichtes Beißen oder Kauen ist in dieser Phase deshalb oft völlig normal. Wichtig ist nur, deinem Kitten geeignete Dinge zum Kauen und Spielen anzubieten, damit es nicht auf Hände oder Möbel ausweicht.
3️⃣ Überschüssige Energie
Kitten haben deutlich mehr Energie als erwachsene Katzen.
Wenn sie nicht genügend Möglichkeiten haben, diese Energie abzubauen, suchen sie sich selbst eine Beschäftigung.
Zu wenig Spiel bedeutet oft:
Die Energie muss irgendwo hin.
Und leider sind das dann häufig:
Besonders Wohnungskatzen brauchen deshalb regelmäßige Spielphasen, in denen sie rennen, springen und ihren Jagdinstinkt ausleben können.
Ohne diese Auslastung wird aus überschüssiger Energie schnell wildes Spiel – und dabei geraten dann oft deine Hände oder deine Couch ins Visier.
Kurze, intensive Spieleinheiten mehrmals am Tag helfen deinem Kitten, Energie abzubauen und entspannter zu werden.
4️⃣ Fehlende Grenzen
Kitten müssen erst lernen, wie stark sie ihre Krallen und Zähne einsetzen dürfen.
Im Spiel mit ihren Geschwistern lernen junge Katzen normalerweise sehr schnell, wo die Grenze liegt. Wenn ein Kitten zu fest beißt oder kratzt, reagiert das andere Kitten sofort – es quietscht, zieht sich zurück oder beendet das Spiel. So lernen Katzen nach und nach, ihre Kraft besser zu kontrollieren.
Zieht ein Kitten jedoch in ein neues Zuhause, fehlt dieser „Trainingspartner“. Deshalb passiert es oft, dass junge Katzen beim Spielen mit Menschen zu fest zubeißen oder kratzen, ohne es böse zu meinen.
Dieses Lernen passiert vor allem im Spiel.
Mit klaren Reaktionen und der richtigen Beschäftigung kann dein Kitten Schritt für Schritt verstehen, wie viel Kraft beim Spielen angemessen ist.
Wichtig ist dabei: konsequent bleiben und immer gleich reagieren, damit dein Kitten die Grenzen nach und nach versteht.
🛑 Was du NICHT tun solltest, wenn dein Kitten beißt oder kratzt?
❌ Laut anschreien
❌ Zurückbeißen (ja, das passiert wirklich)
❌ Mit der Hand weiter „kämpfen“
❌ Strafen
Strafen verstehen Katzen nicht als Erziehung – sie erzeugen eher Unsicherheit oder Angst.
✅ Was wirklich hilft, wenn dein Kitten beißt?
1️⃣ Hände sind keine Spielzeuge
Spiele niemals direkt mit den Händen.
Wenn Kitten lernen, dass Hände Teil des Spiels sind, verstehen sie später schwer, warum Beißen plötzlich nicht mehr erlaubt ist.
Nutze stattdessen:
So lernt dein Kitten:
Hände = sicher
Spielzeug = Beute
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2️⃣ Regelmäßige Spielzeiten einplanen
Kitten haben sehr viel Energie und brauchen regelmäßig Gelegenheit, diese auszuleben.
Plane deshalb mehrere kurze Spieleinheiten pro Tag ein.
5–10 Minuten intensives Spiel wirken oft Wunder.
Ein ausgelastetes Kitten:
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3️⃣ Kratzmöglichkeiten anbieten
Kratzen ist kein Trotz –
es ist völlig natürliches Katzenverhalten.
Biete deinem Kitten früh verschiedene Möglichkeiten an:
Wichtig:
Nicht erst reagieren, wenn das Sofa schon leidet.
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4️⃣ Ruhig unterbrechen
Wenn dein Kitten zu fest beißt:
Keine laute Reaktion.
Keine große Dramatik.
Für Katzen ist Ignorieren oft effektiver als Schimpfen.
5️⃣ Geduld und Konsequenz
Kitten lernen vor allem durch Wiederholung.
Das bedeutet:
Immer gleich reagieren – jedes Mal.
Mit der Zeit lernen die meisten Kitten sehr gut, ihre Krallen und Zähne zu kontrollieren.
6️⃣ Körpersprache deines Kittens erkennen
Viele Bisse kündigen sich vorher an.
Achte auf typische Signale:
Wenn du diese Zeichen bemerkst, unterbrich das Spiel kurz und gib deinem Kitten eine Pause.
🧠 Wann du genauer hinschauen solltest?
In seltenen Fällen kann starkes Beißen auch auf Probleme hinweisen:
Wenn das Verhalten extrem wirkt oder sich deutlich verschlimmert, solltest du einen Tierarzt oder Verhaltensexperten einbeziehen.
So können mögliche Ursachen frühzeitig erkannt werden.
Beißen gehört dazu – richtig reagieren auch?
Wenn dein Kitten beißt oder kratzt, bedeutet das nicht, dass es schwierig ist.
Es lernt gerade, wie Spielen funktioniert – und wo seine Grenzen liegen.
Mit klaren Regeln, ausreichend Spiel und etwas Geduld entwickelt sich dieses Verhalten meist ganz natürlich in die richtige Richtung.
Bei Momo und Kaki glauben wir:
Ein ausgelastetes Kitten ist ein entspanntes Kitten 🐾